Woher unsere Schule ihren Namen hat

Die Geschichte von Hermann Billung, erzählt nach „Goldene Äpfel in silbernen Schalen“ von Ludwig Harms.

Es war um das Jahr 940, da hütete ein 13- bis 14-jähriger Knabe die Rinderherde seines Vaters auf der Heide.

Da kommt ein prächtiger Zug von gewappneten Rittern dahergezogen, alle stolz zu Ross. Plötzlich biegen die Reiter von der Straße ab und kommen querfeldein über die Weide geritten, wo der Knabe die Tiere hütet. Das ist ihm zu arg, denn das Feld ist keine Straße und es gehört seinem Vater. Er besinnt sich kurz, geht dann auf die Reiter zu und ruft:
„Kehrt um! Die Straße ist Euer, aber das Feld ist mein!“
Ein hoher Herr – man sieht es an der Kleidung – reitet an der Spitze des Zuges und sieht den Knaben verwundert an, der es wagt, sich ihm in den Weg zu stellen. Er hält sein Pferd an und hat seine Freude an dem mutigen Knaben, der nicht vom Platz weicht.
„Wer bist du, Knabe?“, fragt er.
„Ich bin Hermann Billungs ältester Sohn und heiße auch Hermann. Dies ist meines Vaters Feld. Ihr dürft nicht hinüber reiten.“
„Ich will es aber, Knabe“, erwidert der Ritter mit drohendem Ernst, „oder ich stoße dich nieder!“
Der Knabe bleibt furchtlos stehen und spricht: „Recht muss Recht bleiben, Ihr dürft nicht über das Feld reiten, Ihr reitet denn über mich hinweg!“
„Was weißt du denn, was Recht ist?“
„Mein Vater ist der Billung und ich werde es nach ihm. Vor einem Billung darf niemand das Recht verletzen.“
Da ruft der König noch drohender: „Ist es denn recht, deinem König den Gehorsam zu verweigern? Ich bin Otto, dein König!“
„Ihr seid Otto, unser König? Nein, Ihr könnt es nicht sein! Otto, der König, schützt das Recht. Ihr aber brecht das Recht. Das tut Otto nicht, sagt mein Vater!“
„Führe mich zu deinem Vater!“
„Dort ist meines Vaters Hof, Ihr könnt ihn sehen,“ sagte Hermann, „aber die Rinder hier hat mir mein Vater anvertraut, ich darf sie nicht verlassen. Ich kann Euch also nicht führen. Seid Ihr aber König Otto, so lenkt Ihr ab vom Felde und reitet über die Straße, denn der König schützt das Recht.“
Und König Otto gehorcht der Stimme des Knaben und reitet zurück auf die Straße.

Bald wird Hermann vom Feld geholt. Der König hat zum Vater gesagt: „Gib mir deinen ältesten Sohn mit, ich will ihn am Hofe ausbilden lassen. Er wird ein treuer Mann werden. Ich brauche treue Männer.“
So sollte denn der mutige Knabe mit dem König ziehen.
Als Otto ihn fragte, ob er ihm folgen würde, sagte Hermann freudig: „Ich ziehe mit Dir, Du bist der König, denn Du schützt das Recht.“

Hermann Billung gilt als der spätere Gründer des Ortes Hermannsburg.